Dämpfer für Die Anderen

Im Auswärtsspiel gegen die HSG Wetter/Grundschöttel mussten Die Anderen eine bittere Niederlage einstecken und gaben damit im Fernduell die Tabellenführung wieder an Oespel-Kley ab. Harmloses Positionsspiel und zu lethargische Abwehrarbeit führten zu der 22:20 Niederlage in einem klassischen Auswärtsspiel.

Das Spiel stand schon während der Trainingswoche unter schlechtem Licht: Krankheitsbedingte Absagen von Schlüsselspielern und die ungeliebte Halle in Wetter verdarben die Lust auf das Spiel schon im Vorfeld. Vielleicht lag da schon der Fehler, aber dazu später mehr. Mit Daniel Lademann und Kai Rink musste die Riemker Reserve ohne tragende Säulen in Angriff bzw. Abwehr antreten. Leider konnten weitere wichtige Spieler (u.a. die für Rink und Lademann aufgelaufenen) unter der Woche nicht voll trainieren. Daher konnte die fehlende Qualität nicht eins zu eins ersetzt werden, sollte aber im Kollektiv aufgefangen werden. Dank der Breite des Riemker Kaders konnte Al Youssef auf jeden Fall eine grundsätzlich siegfähige Mannschaft auf den Platz stellen. Diese begann auch gut und ging bis zur 13. Minute mit 1:6 in Führung. Nach einem Timeout der Hausherren ließ Riemke jedoch in der Abwehr mehr und mehr zu. Wetter/Grundschöttel spielte nun vermehrt über den Kreis und brachte damit viel unnötige Unruhe in den zentralen Deckungsbereich der Riemker. Die Absprachen zwischen den Halben und dem Mittelblock waren nun zunehmend fehlerhaft und verunsicherten die vier zentralen Abwehrspieler. Diese Unsicherheit trugen die Akteure in grün mit in den Angriff und Riemke vergab dort einige gute Möglichkeiten, sodass die HSG bis zur Pause auf 9:10 verkürzen konnte.

Auch in der Pause konnten die Gäste die Konzentration auf das eigene Spiel nicht mehr zurückgewinnen. Man ließ sich zunehmend von Nebensächlichkeiten ablenken, sei es die Temperatur in der Halle, der harzfreie Ball oder Schiedsrichterentscheidungen (dazu gab es aber keinen Grund, die Unparteiischen pfiffen konstant einen nachvollziehbaren Stil). In der 37. Minute gingen die HSGler das erste Mal in Führung und an diesem Punkt kam die zuvor angesprochene Lustlosigkeit der Gäste zu Tage. Vielleicht passt „mangelnde Spielfreude“ auch eher, bin mir da nicht so sicher, Wille war da, Kampfbereitschaft auch, aber so die letzten Prozente an Spielwitz und Variabilität eben nicht. Zudem gingen Al Youssef gerade im Rückraum und im Deckungszentrum jetzt die frischen Alternativen aus. Der Trend konnte also auch durch neue Spieler nicht gestoppt werden. Am Spielverlauf konnte man das nicht wirklich ablesen, das war eher so ein Gefühl meinerseits. Denn normalerweise ist ab Minute 40+ „Riemke-Zeit“, da gewinnen die Anderen eigentlich die Spiele. Samstag verloren sie es in diesem Spielabschnitt. Zwar glich Riemke immer wieder aus und blieb dran, aber der finale Punch hat einfach gefehlt. Und wenn die ganze Woche im Training darüber gesprochen wird, dass die Halle mies ist, dass harzfrei gespielt wird und dass Wetter noch ungeschlagen zuhause ist, dann bleibt all das auch irgendwann im Kopf hängen und wird unterbewusst in einem engen Spiel vielleicht doch wichtig. In der 55. Minute glich Riemke jedenfalls letztmalig zum 20:20 aus. Daraufhin war Wetter/Grundschöttel wieder erfolgreich und Riemke vergab die Chance zur Antwort. Mit dem letzten Angriff machten die Hausherren 30 Sekunden vor Ende dann alles klar (22:20).

Was bleibt nach einem solchen Spiel, wo es überall ein bisschen aber nirgendwo alles zu kritisieren gibt? Nicht viel… Klar war die Abwehr nicht griffig genug, aber mit 22 Gegentoren kann man auch mal gewinnen. Im Angriff fehlten gelegentlich Effizienz und Spielwitz, aber auch nicht über 60 Minuten. Es war und fühlte sich an wie der Inbegriff eines Auswärtsspiels. Deshalb hilft nur eins, Mund abwischen, nach vorne gucken, härter und bissiger trainieren, denn am Samstag um 17:15 Uhr empfangen diesmal Die Anderen den Tabellenführer. Der heißt dann DJK Oespel-Kley und will oben stehen bleiben. Da werden wir liefern müssen und hoffen auf Eure lautstarke Unterstützung! Vor eigener, lauter Kulisse spielt es sich einfach besser und schöner!

Für Riemke spielten: Rietdorf, Minwegen (beide Tor); Jendrusch (n.e.), Kroeger (n.e.), Schilling, Kämper (5), Drechsler, Pietzner (2), Driesel (3), Napierala (2), Dworak (1), Nowack (3/3), Maas (4).

Bis Samstag, Euer Mauro Napierala

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