Sieg mit Wermutstropfen

Erneut ersatzgeschwächt, erneut mit starker Mannschaftsleistung, erneut verdient gewonnen. Am Heimspielsamstag eröffneten die Reserven den Vergleich „Riemke gegen Hattingen“, ehe am Abend die Erstvertretungen aufeinander treffen sollten. Und zur vollen Zufriedenheit der Zuschauer errang Riemke in beiden Spielen einen Sieg gegen den Nachbarn.

Mit nur elf Spielern stand Coach Al Youssef so wenig Material zur Verfügung wie nie zuvor in dieser Saison. Und auch diesmal war der Rückraum am dünnsten besetzt. Nachdem die Gäste nach drei Minuten mit 0:2 in Führung lagen, wachten die Anderen auf und warfen das Abwehrbollwerk an. Bis zur 10. Minute konnten die Riemker dann mit 4:2 in Front gehen und waren nun endgültig im Spiel. Der breite des Kaders geschuldet, musste Riemke auf den gewohnten 60-Minten-Tempo-Handball verzichten und versuchte primär durch strukturierte Angriffsaktionen zum Torerfolg zu kommen. Gleichzeitig stellte die Riemker Abwehr die Gäste ein ums andere Mal vor nicht geahnte Herausforderungen. Die Hattinger fanden einfach kein Mittel gegen die bewegliche und aggressive Deckung der Hausherren. Deprimierend für die Gäste: die wenigen Gegenstöße die Riemke lief, trafen wie Nadelstiche, die zu Wirkungstreffern wurden. Zur Halbzeit war das Spiel nach wie vor eng, aber die Anderen machten den bissigeren und positiveren Eindruck (11:9).
Die Gastgeber begannen in Unterzahl und mussten deshalb erstmal einen kurzen Rückstand hinnehmen (11:12). Ein weiterer Rückschlag traf die Riemker dann mitten ins Mark: Topscorer Konstantin Maas musste die Partie wegen eines ausgekugelten Fingers früh in der zweiten Hälfte beenden. Doch statt die Köpfe hängen zu lassen und sich von dem bitteren Start in Hälfte zwei beeindrucken zu lassen, reagierte Riemke wie eine angeschossene Bestie. Noch intensiver arbeiteten die Gastgeber in der Deckung und fanden in der Offensive aufgrund der Personalnot ungeahnte Variabilität. Allen voran war die graue Eminenz Patrick Pietzner nicht zu verteidigen. Sechs seiner acht Buden markierte er mit der dritten Luft im zweiten Durchgang, schuf Raum für seine Nebenleute und agierte extrem ballsicher. Die Riemker Deckung brach den Gästen dann endgültig das Genick. Selbst nach 2-3 Minuten Druckspiel im Angriff fanden die Gäste keine Lücke. Aggressiv, gallig, aber vor allem fair arbeitete Riemke gegen die schnellen und technisch starken Akteure der Gäste. Bis zur 50. Minute konnten die Anderen so auf 21:15 wegziehen. Bis zum Abpfiff ließ Riemke nicht nach und erhöhte noch auf 25:17. Trainer Al Youssef lobte den unbändigen Einsatz seiner Mannschaft und kam nicht umher trotz einer absoluten Team-Leistung völlig zu Recht Patrick Pietzner ein Sonderlob auszusprechen. Dennoch muss Riemke in den nächsten Spielen ohne Konstantin Maas auskommen und bleibt weiter vom Verletzungspech verfolgt.

Für Riemke spielten: Rietdorf (Tor); Müller (1), Lademann (6), Kröger, Schilling (1), Pietzner (8), Böhm (1), Napierala, Dworak (1), Nowack (2/2), Maas (5/1)

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