Endlich wieder Derbysieger

Zum Auftakt ins neue Kalenderjahr begegneten sich die Reserven von Riemke und Herne zum langerwarteten Derby in der Böll-Halle. Nach zuletzt eher schwachen Derby-Auftritten der Anderen lechzte die geschundene Riemker Handballseele nach einem Erfolg in eigener Halle. Das Spiel war mit Sicherheit kein Handballleckerbissen, aber intensiv und mit viel Herzblut versehen. Am Ende setzte sich Riemke verdient und deutlich zu knapp mit 20:18 durch und darf sich endlich wieder Derbysieger nennen.

Neben den Langzeitverletzten musste Riemke auf Bernhard Bertlich und einen weiteren Spieler verzichten. Letzterer möchte nicht namentlich genannt werden, hatte sich aber am Vormittag beim Babyschwimmen mit seinem Sohn in knietiefem Wasser derart verausgabt, dass an weitere sportliche Aktivitäten nicht mehr zu denken war. Kleiner Hinweis für Experten: besagter Spieler ist Sportlehrer.
Damit zum Spielgeschehen. Schon in der Anfangsphase wurde deutlich, dass sich zwei verschiedene Spielweisen gegenüberstanden. Riemke versuchte nach einem Ballgewinn umgehend das Offensivspiel einzuleiten, entweder über die Erste Welle oder danach zügig und geschlossen nach vorne zu kommen. Herne wiederum verschleppte das Spiel, ging eher gemächlich in den Angriff über und wollte sich auf Spielkonzepte verlassen. Nach 12 Minuten egalisierten sich beide Taktiken und es stand 5:5. Dabei blieb es dann auch erstmal für sage und schreibe neun Minuten. Aufgrund der beschriebenen taktischen Ausrichtung der Teams fielen die Ballbesitzzeiten allerdings eher 25:75 pro Herne aus. Riemke agierte deutlich spritziger und variabler als die Gäste und benötigte auch einfach nicht lange, um sich eine Chance zu erarbeiten, scheiterte dann aber viel zu häufig am eigenen Unvermögen. Herne wiederum musste im Angriff lange arbeiten, um Chancen zu kreieren und war im Abschluss ähnlich schwach wie die Anderen. Das Spiel wurde nur deshalb ansehnlich, weil beide Mannschaften eine hohe Intensität und viel Ehrgeiz aufbrachten und trotzdem ist es dann aber eben auch nur Bezirksligahandball nach der Winterpause. In die Pause ging es mit einem 10:9 für die Hausherren.
Das Spiel hatte sich nicht verändert und alles lief wie schon in Hälfte eins gesehen: schnell und unglücklich im Abschluss auf der einen Seite gegen langsam und überlegt auf der anderen Seite. In der 36. Minute konnte sich Riemke mit zwei Toren „absetzen“ (13:11), später sollte klar sein, dass das die Vorentscheidung war, denn diesen Vorsprung gaben die Anderen nicht mehr her. Die Hausherren blieben immer mit einem, hin und wieder auch mal mit drei Toren in Front. Die schwache Chancenverwertung blieb dabei nur ungestraft, weil Marvin Reimer im Tor der Anderen mal wieder zur richtigen Zeit wichtige Bälle entschärfte und damit die Führung verteidigte. Nach 60 Minuten hatte sich der Halbzeitstand verdoppelt und das Spiel fand sein verdientes Ende. Riemke hat nun wieder ein positives Punkteverhältnis, wohingegen es für Herne am Ende der Tabelle langsam ernst wird.

Für Riemke spielten: Reimer, Rietdorf (beide Tor); Hein, Lademann (6/1), Drechsler, Böhm, Driesel, Scharf (3), Bujara (3), Napierala, Dworak (3), Maas (5/2).

Euer Mauro

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